Verlebendigung toter Arbeit


Dichte, moosbewachsene Steine dort, wo das verschlickte Rinnsal den Waldweg unterquert. Wer sie zugehauen hat, ist lange vergessen und nur die Schatten bewohnen den Ort. Die Manufakturen am Rande der Porphyr-Steinbrüche, aus denen sich im 19. Jahrhundert der Reichtums des Chemnitzer Nordens speiste, sind kaum noch dem Namen nach bekannt. Die Ehefrauen der Unternehmen haben in den Straßennamen überlebt, die den Zeisigwald säumen. In jener Zeit war der Wald eine Parklandschaft, zahlreiche kleine Flussläufe wurden zur Unterhaltung des herumspazierenden Bürgertums angelegt. Jetzt verwandeln sie das Gelände im Herbst in eine sumpfige, nur mit Gummistiefeln betretbare Landschaft. Man kann nicht sagen, dass die tief verwachsenen Brückensteine wieder zur Natur wurden; höchstens in dem Sinn, dass das, was man Natur nennt, auf vergessener, herumliegender Arbeit beruht.

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