Frau Holle

Das Märchen von Frau Holle handelt nicht von »einer guten und einer bösen Schwester.«[1] Der Geschwisterkonflikt, der so viele Märchen dominiert, spielt hier keine Rolle. Und der Konflikt zwischen dem einem Kind und seiner Stiefmutter ist ebenfalls eine Fassade, die dem Geschehen einen Anschein von Plausibilität verleihen soll – wenigstens am Anfang. Die Familienkonflikte, über die viele Märchen mit unheimlichem Realismus Auskunft geben, sind nicht wichtig. Die Psychologie ist eine irreführende Kulisse.

Im Kern ist das Märchen eine Fantasie über Arbeit. Es handelt von Faulheit und Fleiß, richtigem und falschem Arbeiten, vom Verhältnis zwischen produktiver und reproduktiver Arbeit. Es geht um Arbeit in dem Sinne, in dem Marx sie definierte: als »Stoffwechsel mit der Natur«[2]; es geht mithin um etwas, das man das Naturverhältnis der Arbeit nennen könnte. Die Pflege dieses Naturverhältnisses nennt das Märchen Fleiß; und sein Lohn sind Reichtum und Glück.

1

»Frau Holle« ist ein Märchen ohne Männer; es ist mithin erst einmal zu vermuten, dass es ihm um ein spezifisch weibliches Moment der Arbeit zu tun ist. Was damit genau gemeint ist, ob es sich darauf einschränken lässt, ob es nicht auch etwas Grundsätzliches zur menschlichen Arbeit zu sagen hat, ist damit nicht gesagt.

Zunächst freilich deutet einiges in die Richtung, dass es die weibliche Arbeit ist, die hier in Rede steht. Eingeführt wird das fleißige Mädchen als Spinnerin[3] –: eine exklusiv weibliche Tätigkeit; in der Mythologie häufig verbunden mit der Verfügung über das Schicksal der individuellen Existenz. In der griechischen Mythologie sind es die Spinnerinnen Klotho, Lachesis und Atropos, die über das Leben des Einzelnen bestimmen. Im Märchen freilich erscheint es kontextlos, wie nackt; herausgerissen nicht nur aus dem mythologisch-kultischen, sondern auch aus dem empirischen Lebenszusammenhang des bäuerlichen Lebens. Das Spinnen der Frauen ist keine Hauptbeschäftigung, es findet Abends oder im Winter statt. Es wird gemeinsam ausgeübt und man erzählt sich dabei Geschichten. Der Faden, zu dem der Rocken gesponnen wird und der Faden der Geschichte, die aus den Lebenswirrnissen gebildet wird, ähneln sich und greifen in einander wie Wort und Geste.[4]

Das fleißige Mädchen dagegen wird ausgebeutet. Ihr Spinnen ist nicht Teil eines umfassenden Arbeitszusammenhangs. Es ist eine hochspezialisierte Tätigkeit, darauf angelegt, Überschuss zu produzieren. Das fleißige Mädchen geht auf in seiner Funktion – bis zur Selbstzerstörung, wenn sie sich in den Finger sticht und gezwungen wird, dem verlorengegangenen Produktionsmittel in den Tod nachzuspringen. Sie ist nicht viel mehr als die Maschine, die sie im 19. Jahrhundert ersetzen wird.

Es ist, mit anderen Worten, entfremdete Arbeit. Entfremdete Arbeit bedeutet vor allem Trennung. Das Mädchen arbeitet getrennt vom Produkt seiner Arbeit, getrennt von den Produktionsmitteln und vom Produktionsprozess im Ganzen (der Herstellung von Kleidung). Außerdem arbeitet sie allein, getrennt von den ›Kollegen‹: dem Produktionsverbund der Familie.[5] »Diese Verwirklichung der Arbeit erscheint (…) als Entwirklichung des Arbeiters.«[6]

Ihre Flucht aus dieser Welt, die sie zum Anhängsel der Maschine degradiert, ist nicht freiwillig. An keiner Stelle begehrt sie gegen das System auf –: wenn man das Fallenlassen der Spindel nicht als unbewusste Rebellion deuten will, der freilich die demütige Unterwerfung auf dem Fuß folgt. Das Mädchen kann und darf sich nicht von der Maschine trennen, sie muss ihr nach: »Weinend lief es zur Stiefmutter und erzählte ihr das Unglück, sie schalt es aber heftig und war so unbarmherzig, daß sie sprach: ›hast du die Spuhle hinunterfallen lassen, so hol sie auch wieder herauf!‹ Da ging das Mädchen zu dem Brunnen zurück und wußte nicht was es anfangen sollte und sprang in seiner Angst in den Brunnen hinein.« Erst dadurch, dass sie den Tod in Kauf nimmt; dass sie stirbt und neugeboren wird, wird sie frei.

2

An die Stelle der entfremdeten Arbeit tritt eine andere Arbeitswelt – ein unterirdisches Reich, in dem anders gearbeitet wird als ›oben‹ – die Unterwelt als Gegenentwurf zur entfremdeten Arbeitswirklichkeit, die bis dahin ihr Leben bestimmt hat.

Das beginnt damit, dass sie alle Arbeiten freiwillig verrichtet. Ofen und Apfelbaum bitten sie, etwas ›für sie‹ zu tun; sie ist dazu bereit, hätte aber auch, wie ihre Stiefschwester, darauf verzichten können. Mit Frau Holle schließt sie einen Vertrag, der auf Gegenseitigkeit beruht und obwohl ihre großen Zähne ihr Angst einflößen.[7] »Endlich kam es zu einem kleinen Haus, daraus guckte eine alte Frau, weil sie aber so große Zähne hatte, ward ihm Angst und es wollte fortlaufen. Die alte Frau aber rief ihm nach: »fürcht dich nicht, liebes Kind, bleib bei mir, wenn du alle Arbeit im Haus ordentlich thun willst, so soll dirs gut gehn: nur mußt du Acht geben, daß du mein Bett gut machst, und es fleißig aufschüttelst, daß die Federn fliegen, dann schneit es in der Welt; ich bin die Frau Holle.« Weil die Alte so gut ihm zusprach, willigte das Mädchen ein und begab sich in ihren Dienst.« Sie hätte ihrer Angst folgen können, überwindet sich aber selbst. Der Arbeitsvertrag mit Frau Holle ist auch ein Arrangement mit ihrer eigenen Angst. Nicht Befehl und Gehorsam, sondern Frage und Antwort, Bitte und Gefälligkeit bestimmen das Arbeitsverhältnis.

Dieses Arbeitsverhältnis ist keines von Arbeitgeber und Arbeiter. Es sind ja die ›Sachen selbst‹, die hier nach Arbeit verlangen. Auch Frau Holle, die Große Göttin des Ersterbens (und damit auch der Neugeburt) der Natur im Jahreskreislauf (insgesamt wohl eine Überlebende der großen Vegetationsgottheiten der Stammesgesellschaften) steht in diesem Sinne nicht außerhalb der Sache, sondern vertritt sie als Person. Die Sache selbst wird anthropomorphisiert wie in aller Mythologie, ohne aufzuhören, sie selbst zu sein. Frau Holle ist der Winter, nicht als abstraktes Gegenüber, sondern als Instanz, mit der sich reden und verhandeln lässt.

Von hier aus erschließt sich auch der – auf den ersten Blick – eigentümliche Umstand, dass ein Phänomen wie der Winter, der kommt und geht, ohne dass wir darüber etwas vermögen, durch menschliche Arbeit hervorgebracht wird. Die Natur, so sieht es hier aus, ist nicht einfach das Bleibende und Immerwährende, sie ist nicht das unverrückbare Fundament, auf dem wir stehen, sondern Gegenstand von Mühe und Pflege. Es ist nicht selbstverständlich, dass diese Maschine einfach funktioniert, und dass der Jahreskreislauf, durch den die Natur sich erneuert und der den Rhythmus unseres Lebens (zumal des bäuerlichen Lebens) bestimmt, immer weiterläuft, wenn sich die Menschen darum nicht kümmern und sorgen (eine angesichts der globalen Klimaveränderungen ziemlich aktuelle Perspektive).

In der Welt der Frau Holle ist Arbeit kein Zwang, der auf die Natur, auf die anderen Menschen und ihre Natur bis zur (Selbst-)Zerstörung ausgeübt wird (die Fleißige sticht sich in den Finger), sondern als Antrag der Natur an den Menschen. Damit ändert sich auch der Charakter der Arbeit. Aus dem ewigen, anfangs- und endelosen Einerlei des Spinnens wird die Arbeit als Vollendung von etwas bereits Angefangenem. Die Natur macht schon die halbe Arbeit; sie lässt das Korn wachsen und die Äpfel; das Brot ist schon fertig, die Äpfel sind reif, und das Mädchen muss nur abnehmen, was von sich aus fast fertig ist. Das Bild des sich selbst backenden Brotes ist gewiss überspitzt; gerade das aber bringt die Struktur des Arbeitsbegriffs heraus, den das Märchen entwirft: dass Arbeit und Natur keine Gegensätze sind. Das was der Mensch tut, liegt in der langen Linie von Vorgängen, die in der Natur angelegt sind und auf den Menschen als denjenigen warten der sie zum Austrag und zur Reife bringt.

Und dies gilt sogar für den Winter. Im Licht der ihm vorausgehenden Arbeiten erscheint er – Inbegriff reiner Natur und all dessen, was sich von selbst macht – als Ergebnis menschlicher Mühwaltung. Natürlich sollen wir nicht glauben, dass das Mädchen den Winter ›macht‹. Abzunehmen ist dem Mythos aber die Vorstellung, dass es durchs Aufschütteln der Betten die ›Arbeit der Natur‹ anerkennt und ratifiziert.

Arbeit als Vollendung von etwas in der Natur schon Angelegten – das ist vor allem eine Frage des richtigen Zeitpunktes. Im unterweltlichen Reich der Frau Holle steht gar nicht in Rede, dass die Fleißige etwas ›machen‹ soll, dass sie den Stoff der Form unterwirft etc. Es kommt vielmehr allein darauf an, dass sie im richtigen Moment reagiert. Das Brot muss aus dem Ofen gezogen werden, weil es sonst verbrennt; die Äpfel müssen vom Baum geschüttelt und zusammengelesen werden, weil sie sonst am Boden verfaulen würden; und der Winter ist ohnehin die Zeit, von der der bäuerliche Kalender ausgeht. Vor der Geschichte, also in dem Zustand, der in den Mythologien der Völker das ›goldene Zeitalter‹ genannt wird, herrscht ewiger Frühling[8]; Zeit ist inexistent aufgrund ihrer humanen Insignifikanz. Weil es den Winter gibt, kann man nicht von der Hand in den Mund leben wie im goldenen Zeitalter; man muss Vorräte anlegen; der Arbeitsrhythmus des gesamten Jahres hat sich diesem Zwang zu fügen. Die ›lebendige‹ Arbeit im Untergrund hat einen starken, die ›tote‹ Arbeit in der Oberwelt hat gar keinen Zeitbezug.

3

»Nun war es eine Zeitlang bei der Frau Holle, da ward es traurig in seinem Herzen und ob es hier gleich viel tausendmal besser war, als zu Haus, so hatte es doch ein Verlangen dahin; endlich sagte es zu ihr: ›ich habe den Jammer nach Haus kriegt, und wenn es mir auch noch so gut hier geht, so kann ich doch nicht länger bleiben.‹ Die Frau Holle sagte: ›du hast Recht und weil du mir so treu gedient hast, so will ich dich selbst wieder hinaufbringen.‹« Warum möchte das Mädchen zurück in die Oberwelt? Warum hat es Heimweh? Und warum begrüßt Frau Holle ihren Wunsch, in eine Welt zurückzukehren, in der sie wenig mehr als Lieblosigkeit und neuerliche Ausbeutung erwarten?

Man kann, wie ich meine, diese Fragen nur auf eine Weise beantworten: Die unterweltliche Sphäre repräsentiert nicht die Arbeit als Ganze, sondern nur einen ihrer Aspekte. Sie ist der Grund, der die belohnt, die sich um ihn müht, und die bestraft, die ihn vernachlässigt in der Überzeugung, all das mache sich doch von alleine. Aber in ihm zu verharren, wäre regressiv. Das Leben der Gattung Mensch besteht nicht nur aus reproduktiver Arbeit – sie wird von der Unterwelt repräsentiert –, sondern auch aus produktiver Arbeit, die dem Fortschritt dient. Beides sind die zusammengehörigen Hälften der ganzen Arbeit. Und so, wie das ewige Spinnen, der monotone Gleichlauf einer spezialisierten Überschussproduktion und die damit einhergehende Entfremdung des Menschen von seiner Arbeit seit der neolithischen Revolution den Naturgrund der Arbeit nicht versäumen darf, darf dieser sich nicht in sich selbst verschließen und auf sich selbst als der ganzen Arbeit beharren. Beide aber sind notwendig und notwendig aufeinander verwiesen.

Mit anderen Worten: produktive und reproduktive, ›männliche‹ und ›weibliche‹ Arbeiten (so haben es jahrtausendealte kulturelle Gewohnheiten uns gelehrt) gehören zusammen. Dringlich ist dieser Appell, weil die reproduktiv-weibliche Sphäre abgesunken ist zur Unterwelt, unsichtbar geworden und zur Selbstverständlichkeit verkümmert. Der Manager, der nach einem anstrengenden Tag nach Hause kommt und erwartet, dass er sich ins gemachte Nest setzt; die Managerin, die dasselbe von ihrem Kindermädchen verlangt[9] –; all diejenigen, deren Leben durch die gesellschaftliche Anerkennung allein der produktiven, tendenziell naturvergessenen Arbeit bestimmt ist, sind aus der Sicht des Märchens faul, ruhen sich aus im Bett der Natur, anstatt es aufzuschütteln und sich um seine Erhaltung zu kümmern.

Wer das Naturverhältnis der Arbeit, das Naturverhältnis in der Arbeit vergisst und versäumt, wird bestraft und verachtet; das Unglück umgibt sie wie Pech, das nicht mehr abzulösen ist vom Körper. Sie waren immer schon »hässlich« (mit der Gleichsetzung von Faulheit und Hässlichkeit setzt das Märchen ein); jetzt aber tritt diese Hässlichkeit nach außen, sie kann nicht mehr von der Liebe der Mutter überdeckt werden, sondern kommt für alle sichtbar zum Vorschein.

Wer es dagegen ehrt; wer die Arbeit zugleich als »cultus« der Natur begreift, als Pflege statt Vernachlässigung, Kultivierung statt Unterdrückung; wer also seiner/ihrer Arbeit auch als fortdauernder Arbeit am Naturverhältnis nachgeht[10]; wer, wie das fleißige Mädchen, anerkennt, dass es Phasen und Zeiten geben mag, in denen die reproduktive Arbeit im Vordergrund steht (in der Familie, in der Beziehung, beim Putzen und bei der Gartenarbeit); wem es also gelingt, für sein / ihr Leben einen Rhythmus der entgegengesetzten, aber zueinandergehörigen Arbeitssphären zu finden, der wird belohnt durch einen Reichtum, der vom Glück selbst nicht zu trennen ist. Es sind ja keine gemünzten Taler, die auf das fleißige Mädchen herunterregnen; es ist ein Goldregen, der sie in ein schimmerndes, der Liebe und Anerkennung wertes Wesen verwandelt. Auch hier tritt das, was im Inneren verborgen war, nach außen und wird Oberfläche, gesellschaftliches Sein. Keine geradlinige Karriere, für die man ohne Pause spinnt und spinnt, könnte dieses Glück herbeiführen; man muss dafür »in den Brunnen springen«, den Gesellschaftstod sterben, sich mit der verdrängten Seite der menschlichen Arbeitsverhältnisse vereinigen. Wenn man von dort zurückkehrt, macht sogar das Spinnen wieder Spaß.


Anmerkungen

1. So formulieren es Johannes Bolte und Jiri Polivka in den »Anmerkungen zu den »Kinder- und Hausmärchen der Gebrüder Grimm« (Band 1, Leipzig 1913, 226).

2. Karl Marx, Das Kapital. Krtik der politischen Ökonomie, Band 1 (MEW, Bd. 23), Ostberlin 1968, 192.

3. – übrigens nur in der späteren Fassung des Textes, in der ersten Ausgabe der »Kinder- und Hausmärchen« von 1812 ist nur davon die Rede, dass sie beim Wasserholen in den Brunnen gefallen sei.

4. »Geschichten erzählen ist ja immer die Kunst sie weiter zu erzählen, und die verliert sich, wenn die Geschichten nicht mehr behalte werden. Sie verliert sich, weil nicht mehr gewebt und gesponnen wid, während man ihnen lauscht. Je selbstvergessener der Lauschende, desto tiefer prägt sich ihm das Gehörte ein. Wo ihn der Rhythmus der Arbeit ergriffen hat, da lauscht er den Geschichten auf solche Weise, dass ihm die Gabe, sie zu erzählen, von selber zufällt« (Walter Benjamin, Er Erzähler, in: Gesammelte Schriften, Band II/2, Frankfurt am Main 1977, 446 f.).

5. Vgl. Karl Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte, MEW Band 40, Berlin, 510—517. Auf den Begriff der Trennung bringen – mit etwas anderer Bewertung – Alexander Kluge und Oskar Negt das Phänomen (Geschichte und Eigensinn. Gemeinsame Philosophie in zwei Bänden, Band 2, Frankfurt am Main 2001, Kap. 1: »Die Entstehung der Arbeitsvermögen aus der Trennung«).

6. Marx, l.c., 511.

7. In den europäischen Parallelversionen des Märchens, die Bolte und Polivka zusammengetragen haben (l.c., 207 ff.), wird das beunruhigende, Todesgöttinnenhafte der Unterweltsmacht mal mehr, mals weniger betont, sei es, dass sie als »Nixe mit furchtbaren Haaren, die gewiß in einem Jahr nicht gekämmt waren« (209) erscheint, sei es, dass das Mädchen am Ende vor ihr fliehen muss und nur dank der Hilfe des Brunnens, des Apfelbaumes und des Backofens entkommt (die niederösterreichische Version: 211 f.). Die großen Zähne in unserem Märchen deuten auf die Angst des Verschlungenwerdens, der Nimmerwiederkehr hin.

8. Vgl. Hesiod, Werke und Tage, Vers 105 ff.; Ovid, Metamorphosen I 107: »da war ewiger Lenz …«

9. In der Keynote zum Studierendenkongress der Komparatistik 2016 in München erwähnte Paula-Irene Villa, dass man in Befragungen häufig auf die Überzeugung stoße, dass sich Angestellte aus dem Ostblock besser für die Versorgung der Kinder eignen würden: »ich finde die Russinnen ja viel mütterlicher als die Deutschen«.

10. Für ein Naturverhältnis, das eine Alternative zur Naturbeherrschung darstellen würde, ohne ins entgegengesetzte Extrem einer romantischen Naturverklärung zu fallen, finden sich viele Spuren, von Ovids Lob des »cultus« als Gegensatz zur zerstörerischen Herrschaft über die de Natur (Ars amatoria III, 127) bis zu Alexander Kluges »Abschied vom Zirkus« (Tür an Tür mit einem andere Leben, Frankfurt am Man 2006, 449 ff.), in dem die Zähmung der wilden Tiere als Gegenmodell zur unilinearen Herrschaft über die Natur dargestellt wird.

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