Ein sehr kleiner Mann

Der Mann war unvorstellbar klein. Wie ein Kind stapfte er, weißhaarig und gebrechlich, zur Kasse und legte seine Sachen aufs Band. Das waren: ein Pfandbon, eine Brötchentüte und eine Flasche Bier. Alles summierte und subtrahierte sich auf 63 Cent.

Der Mann war arm. Die Mütze hatte er tief über den Kopf gezogen. Er trug eine verschossene Jeans, die in einer für sein Alter ganz untypischen Weise nach unten weiter wurde. Cordjacke, Kunstlederschuhe. Er hielt der Kassiererin sein Portemonnaie hin, damit sie die fälligen Betrag entnehmen könne. Langsam legte er die wenigen Dinge seines täglichen Bedarfs in den mitgebrachten Stoffbeutel.

Er braucht ja nicht viel, weil er so klein ist, dachte ich. Oder ist es umgekehrt: dass manche Armen aus ökonomischer Vorsicht beschließen, nicht weiter zu wachsen? Haben sie zu wenig Essen bekommen oder wissen sie, dass es für sie nicht reichen wird? Für Kleinwüchsigkeit gibt es vermutlich eine Reihe von Gründen. Aber das könnte einer von ihnen sein

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