„Der Große Austausch“

„Alle Metapolitik ist ganz wesentlich eine Arbeit mit Begriffen und Bildern, ihr Ziel ist es, die kulturelle Hegemonie, welche die Grundüberzeugungen und Grundstimmungen in der Gesellschaft formt, zu beeinflussen, Das bedeutet vor allem, neue Begriffe und Bilder zu »injizieren«… Der Begriff des Großen Austauschs begleitet uns in jeder Presseaussendung, jeder Ansprache, jeder Debatte und jeder Schulung. Er ist das Erklärungsmuster, der ‚Plot‘, in dem wir alle akuten Symptome und Probleme kontextualisieren.“ (Martin Sellner)

Die Perfidie dieser Metapher liegt darin, dass sie verschiedene Assoziationsfelder suggestiv miteinander verklammert, ohne auch nur ein einziges zu nennen. Erstens wird dem demographischen Wandel die Vorstellung der Rassenmischung, der Blutschande untergeschoben. Dass sich die Zusammensetzung einer multiethnischen Bevölkerung durch unterschiedliche Geburtenraten ändert, ist das eine. Aber „Austausch“ klingt anders; es klingt nach dem Austausch von Säften und Liebe in dunklen Schlafzimmern, in denen, horribile dictu, die Hautfarbe sich nicht unterscheiden lässt. Die Angst gilt nicht einfach der feindlichen Übernahme per Quantität, sondern der libidinösen Vermischung, der Rassenschande im Bett. Der damit verbundene Sexualneid, der bei den meisten Rassismen eine tragende Rolle spielt, umgibt den Begriff mit verklemmter erotischer Erregung. Auch wenn man nur zulässt, dass die Anderen sich ungehindert vermehren, ist es eigentlich schon Rassenschande. Diese resultiert schließlich in den schleichenden demografischen Veränderungen, die man erst dann bemerkt, wenn es zu spät ist. So geschehen im Westen, in dem die Übernahme sich bereits vollzogen haben soll und für den jede Hilfe zu spät kommt.

Zweitens: Das Beiwort „groß“ unterstellt dem Ganzen einen Plan, eine Absicht. Gut möglich, dass der Austausch der Säfte in vielen Fällen einfach so passiert: weil sich zwei Menschen unterschiedlicher Herkunft kennen und lieben gelernt haben. Das Gesamtszenario ergibt in seiner Größe und ganzen politischen Dimension aber nur Sinn, wenn es gesteuert wird. Die Urheber dieser Übernahme bleiben dabei im Dunkeln. Keine jüdische Weltverschwörung wie früher, sondern eher ein diffuses Integral aller gegen ‚die deutsche Kultur‘ gerichteten Kräfte. Der Islam kann das ebenso sein wie der globale Kapitalismus, für den Geschlecht, Religion, Nation, Kultur vor der Allgewalt des Profits gleichgültig sind, und dessen Menschenbild die Mehrwert produzierende Ameise ist; — oder eben Angela Merkel, die Verräterin: mal die Hure des internationalen Kapitals, mal die Agentin einer neuen sozialistische Diktatur.

Na, und großgeschrieben ist das kleine Adjektiv, um das ganze als stehende und seit langem bekannte Formel zu etablieren, eine Wendung wie das Dritte Reich oder die Freiheitlich-Demokratische Grundordnung. Es soll abkürzbar sein, und wenn der GA sich erst mal durchgesetzt hat, ist der komplexe, nur durch Nachdenken auflösbare Zusammenhang auf das Bakterienformat geschrumpft, das ihm erlauben würde, endemisch zu werden.


(Martin Sellner ist Leiter der Identitären Bewegung Österreichs. Das Zitat stammt aus dem Nachwort zur deutschen Ausgabe von ‚Revolte gegen den großen Austausch‘ von Götz Kubitschek)

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