Gegen die Wand 11

Die Klimaserie
Folge 11: Das „Überleben des Planeten“

In einer Radiorezension des Manifests Denkt endlich an die Enkel von Wolf Schneider [1] entgegnete der Journalist auf die Frage nach dem appellativen Stil des Manifests: Nein, die vielen Ausrufezeichen würden ihn nicht stören, es ginge ja schließlich um DAS ÜBERLEBEN DES PLANETEN.

Wie viel verbohrte Selbstgefälligkeit, wie viel Verblendung spricht aus dieser gut gemeinten Wendung. Wenn die Erde einige Grade wärmer wird, hat sie keineswegs um ihr „Überleben“ zu kämpfen. Das ist schon öfters passiert. Ein evolutionärer Zyklus geht zu Ende. Irgendwann fängt ein neuer an, das Dasein des Planeten bleibt davon vollkommen unberührt. Die Gleichsetzung der Menschheit mit „dem Planeten“ ist eine Anmaßung und gehört zum Problem, das zu lösen es vorgibt. Im erdgeschichtlichen Maßstab sind wir nur ein evolutionäres Augenzwinkern, das Vorüberhuschen einer gestörten Hochbegabung. Ob angesichts dessen nicht wir, sondern eigentlich die Viren das Optimum der Evolution darstellen – Heiner Müller erwähnt es mal in einem Gespräch; die Menschen, so setzt er fort, sind vielleicht nur Hilfsmittel, Versorger „Kneipe“ der Viren –, sollten wir angesichts des sich vor uns aufbauenden Szenarios offen halten.


[1] https://srv.deutschlandradio.de/dlf-audiothek-audio-teilen.3265.de.html?mdm:audio_id=766767


Die ersten 10 Folgen von ‚Gegen die Wand‘ sind als Posts bei Facebook erschienen

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