Corona 17: Ruhe vor dem Sturm

Wolfram Ette      

26. März 2020. – Widersprüchlichstes aus Regierungskreisen: Auf der einen Seite wird uns suggeriert, dass, laut Professor Drosten, die Wirkungen des Kontaktverbots langsam zu greifen beginnen. Auf der anderen werden wir gewarnt davor, dass in den nächsten Tagen die Zahl der deutschen Coronatoten noch einmal rapide ansteigen werden; es herrsche, so Gesundheitsminister Jens Spahn, Staatsmann der Stunde, der sich gerade die Sporen für die Kanzlerkandidatur verdient, „Ruhe vor dem Sturm“. Dennoch wolle man, unser Wohlverhalten vorausgesetzt, die Fesseln der Ausgangsbeschränkungen ab Ostern wieder lockern, „um den Menschen eine Perspektive zu geben“. Das ist ein derartiges Durcheinander von Ansagen, dass am Ende der Eindruck bleibt, diese Regierung wissen selbst nicht im geringsten, was sie wolle und man dürfe im Zweifelsfall alles von ihr erwarten, ohne das Recht zu haben, sich darüber zu beschweren. Es ist kein autoritärer Regierungsstil, aber einer, der jederzeit in einen solchen umschlagen kann. Dies freilich kaum gezielt und geplant, sondern aus einer Verwirrung heraus, die der von überforderten Eltern analog ist, die zwischen Strenge und Zugeständnissen hin und her pendeln, um dann urplötzlich loszubrüllen.

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